Schlaganfall

Schlaganfall

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall oder Hirninfarkt bzw. -blutung ist neben Herzinfarkt und Krebserkrankungen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. In Dortmund erleiden jährlich etwa 2.500 Patienten einen Schlaganfall; in ganz Deutschland sogar 270.000.

Aber was ist ein Schlaganfall eigentlich? Bei einem Schlaganfall tritt eine plötzliche Störung der Gehirnfunktion auf. Das kann gravierende Folgen haben, denn unser Gehirn speichert nicht nur Wissen und Erinnerungen, sondern steuert auch bewusste und unbewusste Funktionen des Körpers, wie das Gehen oder das Atmen. Daher kann ein Schlaganfall sich sowohl auf geistige Fähigkeiten als auch auf grundlegende Körperfunktionen auswirken.

Die Nervenzellen im Gehirn sind besonders empfindlich und können eine Unterbrechung der Blutzufuhr nur für einen kurzen Zeitraum überleben. Deshalb ist eine schnelle Behandlung erforderlich. Je länger die Durchblutungsstörung bei einem Schlaganfall anhält, desto mehr Nervenzellen nehmen Schaden und die betroffenen Bereiche des Gehirns können ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen. Sind die Nervenzellen erst einmal abgestorben, kann der entstandene Schaden nur unzureichend repariert werden.

Ursachen

Ein Schlaganfall kann zwei Ursachen haben:

  1. In den meisten Fällen (bei 8 von 10 Patienten) entsteht der Schlaganfall durch eine Verringerung oder Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn. Verantwortlich hierfür kann ein Blutgerinnsel aus den Hirngefäßen selbst, dem Herzen oder den vom Herzen abgehenden großen Gefäßen sein.
  2. In den anderen Fällen reißt ein Blutgefäß im Gehirn und Blut sammelt sich an der betroffenen Stelle.

Wie können Sie Ihr Schlaganfallrisiko verringern?

Grundsätzlich kann jeder Mensch einen Schlaganfall erleiden. Einige Faktoren erhöhen allerdings das Risiko dafür. Risikofaktoren wie Alter oder Vererbung können Sie nicht beeinflussen. Aber viele andere Faktoren können Sie aktiv beeinflussen und so Ihr Schlaganfallrisiko verringern.

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Risikofaktoren

Ungesunder Lebensstil

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Alkoholmissbrauch

Krankheiten

  • Diabetes mellitus
  • Hoher Blutdruck
  • Hohe Cholesterinwerte
  • Herzerkrankungen (Vorhofflimmern, Herzinfarkt, Erkrankungen der Herzklappen oder ein Loch im Herzen (offenes Foramen ovale))

Verhinderung eines Schlaganfalls

Zur Vorbeugung eines Schlaganfalls sollten alle beeinflussbaren Risikofaktoren reduziert werden. Jeder einzelne Risikofaktor zählt hierbei, denn je mehr Faktoren Sie verringern können, umso mehr sinkt auch Ihr Risiko. Pflegen Sie deshalb einen gesunden Lebensstil, bewegen Sie sich regelmäßig, geben Sie das Rauchen auf und achten Sie auf Ihr Körpergewicht.

Darüber hinaus sollten Sie sich, falls Sie chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus haben, kontinuierlich untersuchen und diese Krankheiten behandeln lassen, indem Sie die Behandlungsempfehlungen Ihres Hausarztes einhalten und Ihre Medikamente regelmäßig einnehmen.

Wie erkennen Sie sofort einen Schlaganfall?

Oft zeigt sich ein Schlaganfall mit typischen Anzeichen. Mit dem FAST (Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit))-Test können Sie überprüfen, ob eine Person möglicherweise einen Schlaganfall hat.

Unbenannt

Beispiele

Kopfschmerz

Plötzlich auftretende Kopfschmerzen, die sehr stark und in dem Maß völlig neu und unbekannt für den Betroffenen sind, können ein Anzeichen für einen Schlaganfall sein. In diesem Video wird gezeigt, wie so etwas aussehen kann (Link).

Lähmungen

Lähmungen sind typisch, wenn die Teile des Gehirns betroffen sind, die durch die Halsschlagadern versorgt werden. Eine plötzliche halbseitige Lähmung des Mundes oder Lähmungen der Arme oder Beine sind sehr häufig. Sehen Sie hier Beispiele für solche Lähmungen (Link).

Gehstörungen

Eine unerwartete einseitige Gehstörung kann ein Hinweis auf einen Schlaganfall sein (Link).

Schwierigkeiten beim Sprechen und Verstehen

Für den Betroffenen selbst häufig nicht erkennbar sind Sprach- oder Sprechstörungen. Der Betroffene hat Schwierigkeiten zu sprechen, seine Worte ergeben keinen Sinn oder der Betroffene versteht andere Personen nicht mehr. Hier sehen Sie, wie ein solcher Sprachverlust aussehen kann (Link).

Sehstörungen

Es kann zu einem plötzlichen Verlust des Sehens auf einem Auge oder einem Ausfall des Gesichtsfeldes kommen. Bei einem Gesichtsfeldausfall „verschwindet“ ein ganzer Bereich des Gesichtsfeldes für den Betroffenen. Er kann Menschen oder Gegenstände nicht mehr erkennen oder er sieht nur eingeschränkte Bereiche seiner Umgebung. Wie das aus Sicht eines Betroffenen wirkt, sehen Sie hier (Link).

Videos

Wie sollten Sie im Notfall handeln?

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, die Behandlung muss also schnellstmöglich begonnen werden. Einige Behandlungsmöglichkeiten können nur innerhalb eines Zeitraums von wenigen Stunden nach Beginn der Symptome bei einem Schlaganfall eingesetzt werden, danach können diese wirkungslos sein. Rufen Sie bei Verdacht sofort den Rettungsdienst (112 anrufen)! Rettungspersonal und Notärzte sind geschult, überprüfen Ihre Verdachtsdiagnose, und leiten die erforderliche Behandlung ein.

Machen Sie sich keine Gedanken um die Folgen, falls Sie sich in Ihrem Verdacht auf Schlaganfall irren. Im Notfall können Sie Leben retten.

Dortmunder Rettungskette

In Dortmund gibt es festgelegte Abläufe für die Einlieferung ins Krankenhaus. Diese sorgen dafür, dass die Patienten unverzüglich in eine Neurologie mit einer Stroke-Unit (Klinikum Dortmund Mitte oder Klinikum Westfalen) gebracht werden.

Wie wird ein Schlaganfall behandelt?

Ein Schlaganfallpatient muss unverzüglich auf eine sogenannte Stroke-Unit gebracht werden, wo alle Möglichkeiten zur Diagnostik und Behandlung eines Schlaganfalls zur Verfügung stehen.

Die Behandlung unmittelbar nach der Diagnose „Schlaganfall“ setzt sich aus mehreren Maßnahmen zusammen:

  • Überwachung des Patienten
  • Durchführung bestimmter Therapieverfahren wie der intravenösen Thrombolyse (Lysetherapie) zur Auflösung eines Blutgerinnsels
  • Vorbeugung eines weiteren Schlaganfalls
  • Behandlung von eventuellen Komplikationen
  • Frühzeitiger Beginn der Rehabilitation

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Stroke Unit

Eine Stroke Unit ist eine spezialisierte Abteilung, die sich ausschließlich mit der Behandlung von Schlaganfallpatienten befasst. Hier arbeitet ein Team aus Experten verschiedener medizinischer Fachrichtungen eng zusammen. So können Schlaganfallpatienten in kürzester Zeit mit dem dafür erforderlichen technischen Aufwand von den Experten versorgt werden.

Nach Eintreffen des Patienten auf der Stroke Unit beginnt umgehend die Behandlung. Darüber hinaus wird eine auf den Patienten angepasste Therapie zur Vermeidung eines weiteren Schlaganfalls vorgenommen. Der Patient wird kontinuierlich überwacht, um bei ungewöhnlichen Werten oder Komplikationen schnell reagieren zu können. Außerdem wird bereits auf der Stroke Unit mit Hilfe von Physio-, Ergotherapeuten, Logopäden und Neurologen die Rehabilitation eingeleitet.

Lysetherapie

Bei der Lysetherapie wird über die Vene des Patienten ein Medikament gegeben, das das Blutgerinnsel auflöst und somit die Durchblutung im Gehirn wiederherstellt. So können um das Zentrum des Schlaganfalls herum, den sogenannten Infarktkern, viele Zellen gerettet werden und diese können ihre Funktion wieder aufnehmen.

Die Lysetherapie muss in einem Zeitrahmen von maximal 4 ½ Stunden nach Beginn der ersten Symptome des Schlaganfalls starten, um einen möglichst guten Effekt zu erzielen und die Komplikationen so gering wie möglich zu halten. Da das Hirngewebe innerhalb kürzester Zeit abstirbt und nicht mehr wiederhergestellt werden kann, hilft die Lysetherapie zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr.

Eine Lysetherapie ist allerdings nicht für jeden Patienten geeignet: Sie löst nämlich nicht nur das Blutgerinnsel im Gehirn auf, sondern kann möglicherweise auch zu Einblutungen in Organen führen. Daher klären die Ärzte vor einer Behandlung sorgfältig ab, ob die Therapie für den Schlaganfallpatienten sinnvoll ist oder ob sie eventuell zu viele Gefahren mit sich bringt.

Thrombektomie

Bei einer Thrombektomie wird das für den Schlaganfall ursächliche Blutgerinnsel (Thrombus) über einen Katheter entfernt. Dies ist vor allem bei Gerinnseln in größeren Gefäßen möglich.

Bei diesem Verfahren wird ein Katheter bis zum Gerinnsel vorgeschoben. Durch diesen Katheter wird ein sogenannter Stent Retriever, eine Art gefaltetes Netz, in das Gerinnsel geschoben. Dort entfaltet sich dieses Netz und fängt gewissermaßen das Gerinnsel ein. Das mit Stent Retriever erfasste Blutgerinnsel wird dann über den Katheter aus dem Gefäß herausgezogen.

Die Thrombektomie bei Schlaganfällen ist eine relativ neue Methode. Sie wird seit 2016 von den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie für geeignete Patienten als eine weitere Therapieoption empfohlen. Die Methode wird allerdings nur in hierfür speziell geschulten Zentren mit erfahrenem Personal durchgeführt. In Dortmund ist die Stroke Unit des Klinikums Dortmund bzw. die dortige Neuroradiologie ein solches Zentrum mit mehr als 300 Eingriffen pro Jahr.

Akute Rehabilitation

Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen, Gefühls- und Schluckstörungen aufgrund eines Schlaganfalls führen zu erheblichen Einschränkungen im täglichen Leben. Aber der Patient kann mithilfe von verschiedenen Therapien diese Verluste wieder aufholen. Das Gehirn ist nämlich auch im hohen Alter noch flexibel und nicht geschädigte Bereiche des Gehirns können die verlorenen Funktionen ganz oder teilweise ersetzen.

Ein spezialisiertes Team aus Physio-, Ergotherapeuten und Logopäden „arbeitet“ intensiv mit dem Patient, damit er früh wieder mobil und selbstständig wird.

Wie geht es nach einem Schlaganfall weiter?

Die Rehabilitation auf der Stroke Unit wird im Anschluss in einer stationären/ambulanten Rehabilitationseinrichtung oder durch niedergelassene Therapeuten fortgeführt. Ziel der Rehabilitation ist, dass sich der Patient mithilfe der Therapeuten größtmögliche Selbstständigkeit zurück erarbeitet. Hierbei ist es wichtig, dass der Patient hartnäckig an sich arbeitet, auch wenn es schwer fällt.

Auch als Angehöriger können Sie maßgeblich zum Erfolg der Rehabilitation beitragen: Treffen Sie keine Entscheidungen über den Kopf des Patienten hinweg. Unterstützen Sie ihn dabei, sich Alltagsfähigkeiten Stück für Stück neu zu erarbeiten. Haben Sie Geduld, vermitteln Sie ihm, dass er für Sie ein ebenso wertvoller, liebenswerter Mensch ist wie vor der Erkrankung.

Wir haben für Sie physio- und ergotherapeutische sowie logopädische Praxen mit Fachausbildungen in der Behandlung von Schlaganfallpatienten in Dortmund zusammengestellt.

Physiotherapeuten in Dortmund

B=Bobath
Problemlösender Ansatz in der Befundaufnahme und Behandlung Erwachsener und Kinder mit neurologischen Erkrankungen.

V=Vojta
Physiotherapeutische Behandlungsmethode bei Störungen des zentralen Nervensystems und des Haltungs- und Bewegungsapparates.

Ergotherapeuten in Dortmund

Logopäden in Dortmund